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MIA-Talk mit @teach2influence

„MIA-Talk“ ist eine Interviewreihe mit Fokus auf Medien und Informatik. Verschiedene Personen berichten aus ihrem Alltag. Unser erster Gast heisst auf Instagram @teach2influence. Heute berichtet sie aus ihrem Schulalltag und erzählt von ihren Erfahrungen mit Instagram.

Die Primarlehrerin arbeitet als Klassenlehrperson im Zyklus 1 an einer Thurgauer Schule. Eine grosse Leidenschaft von ihr ist es, sich mit anderen Lehrpersonen auf Instagram auszutauschen und sich zu vernetzten.
Ihren 20’000 FollowerInnen zeigt sie Einblicke in ihren Schulalltag. «Sharing is caring» – und die sozialen Medien helfen dabei. Ich habe die Frau hinter @teach2influence getroffen…

Du bist auf Instagram aktiv und teilst mit deinen FollowerInnen Einblicke in deinen Lehrerinnenalltag. Wann und warum hast du mit Instagram angefangen?
In meinem ersten Berufsjahr habe ich festgestellt, dass ganz viele andere Lehrpersonen auf Instagram aktiv sind. Sie teilen dort ihre Ideen, geben Einblicke in ihr Klassenzimmer oder geben ihr selbsterstelltes Unterrichtsmaterial weiter. Ich habe zum Beispiel Inspirationen für meinen Kunstunterricht erhalten. Ausserdem bin ich auch auf ganz viele grosse Blogs aufmerksam geworden, die oft kostenloses Material für den Unterricht anbieten, welches man zusätzlich zum Lehrmittel im Unterricht einsetzen kann. Ich war begeistert und wollte auch ein Teil davon sein. Vor mehr als drei Jahren habe ich mich dann dazu entschlossen, aktiv auf Instagram zu sein und nenne mich dort «teach2influence».

Was schätzt du selbst auf Instagram besonders?
Ich schätze es sehr, dass man sich mit Lehrpersonen aus der ganzen Welt vernetzen kann. Ich konnte mich so bereits mit vielen Lehrpersonen aus der Schweiz, aus Deutschland oder anderen Ländern austauschen. Ich tausche regelmässig Materialien mit anderen Lehrpersonen aus der Schweiz aus, welche auch mit denselben Lehrmitteln arbeiten und somit auch dieselbe Schulstufe unterrichten.  

Viele deiner selbsterstellten Materialien teilst du kostenlos auf einer Lehrmittelplattform. Wie ist es für dich, wenn andere deine Produkte in ihrem Unterricht einsetzen und du sie dann siehst?
Aktuell teile ich mehr als 90 meiner selbsterstellten Materialien kostenlos im Internet. Es freut mich immer sehr, wenn meine Arbeit auch anderen Lehrpersonen gefällt und sie diese einsetzen.
An einer Weiterbildung in einer anderen Schule habe ich in einem Klassenzimmer Plakate gesehen, welche ich einst erstellt habe. Ich habe der Lehrerin dann gesagt, dass es mich freut, dass sie mein Material brauchen kann. Daraufhin haben wir gegenseitig Material ausgetauscht und uns unterhalten.
Das passiert mir sehr oft. Wenn Menschen merken, dass sie von mir Material erhalten, dann möchten sie etwas zurückgeben. Ich finde das eine schöne Geste, es zeigt die Wertschätzung und natürlich kann ich auch von den Ideen und Materialien anderer profitieren.

Inspiration auf Instagram holen – Welche Starttipps würdest du einer Lehrperson geben, damit sie sich auf Instagram zurechtfindet?
Auf Instagram gibt es sogenannte Hashtags, welchen man folgen kann. Das ist eine super Möglichkeit um einzusteigen. #instlehrerzimmer oder #primarschule eignen sich da besonders. Man kann auch einfach nach einer gewünschten Stufe suchen, also #klasse1 oder #klasse2. Es gibt je nach Schulstufe oftmals auch die Möglichkeit sich einer Gruppe anzuschliessen, um sich z.B. über Microsoft Teams auszutauschen, sich gegenseitig bei Fragen zu unterstützen oder selbst erstellte Unterrichtsmaterialien zu teilen. Ein anderer Tipp wäre, dass man auf ein bekanntes Lehrpersonenprofil geht und einmal nachschaut, wem diese Person folgt.

Eine Lehrperson will auch aktiv mit Instagram starten. Was sollte sie beim Posten von Inhalten auf Instagram beachten?
Datenschutz und Urheberrecht sind sehr wichtig auf Sozialen Netzwerken. Ich würde niemals ein Bild posten, auf welchem Namen der Kinder ersichtlich sind. Wenn man Material teilt, sollte man auf das Urheberrecht achten. Alle Inhalte die ich teile, sind mein geistiges Eigentum. Das heisst, ich habe sie selbst erstellt und gezeichnet. Ausserdem gibt es Websiten wie z.B. Pixabay auf denen man viele Fotos kostenlos herunterladen und für seine Materialien verwenden darf.

Im Zyklus 1 unterrichtest du Medien und Informatik. Mit welchen Lehrmitteln arbeitest du?
Ich arbeite aktuell mit dem Buch «Hello Ruby». Das sind Bücher zu verschiedenen Themen. Bei «Hello Ruby» geht es um ein Mädchen und ihre Freunde, welche Abenteuer erleben. Ruby ist ein sehr neugieriges Mädchen und hinterfragt alle möglichen Dinge. Die Geschichte nimmt die Kinder mit in die Welt der Computer, der Roboter, des Programmierens und des Internets und eignet sich somit optimal, um kindgerecht in die Medien- und Informatikwelt einzutauchen.  
Das Thema Robotik begeistert die Kinder. Wir haben bereits mit BeeBots gearbeitet und sie waren sehr motiviert, interessiert und neugierig. Ich finde das neue Fach Medien und Informatik spannend. Ich habe bei einer Weiterbildung mehr zu Informatik gelernt und gemerkt, dass in unserem Alltag Programmieren überall vorkommt. Grundfertigkeiten für das Programmieren kann man auch ohne Computer lernen, zum Beispiel mit einem Brettspiel.
Ich schätze den Austausch mit anderen Lehrpersonen sehr und bin sehr dankbar dafür. Dieser Austausch findet natürlich im eigenen Lehrerteam der Schule statt, aber auch mit früheren Studienkolleginnen oder eben mit anderen Lehrpersonen, die ich über Instagram kennengelernt habe.

Interview geführt: Sabrina Strässle
Bilder: teach2influence

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