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Programmieren mit Scratch in der Primarschule – so klappt es im Unterricht

Was ist Scratch 

Scratch ist eine visuelle Programmiersprache für Kinder. Die Befehle sind in Form von Bausteinen dargestellt. Diese entsprechen den Befehlen einer einfachen Programmiersprache, sie sind aber gleichzeitig auch für Kinder verständliche Ausdrücke. Man kann Scratch auch auf Deutsch verwenden. 

Mit Scratch lernen Kinder die Grundkonzepte des Programmierens. Zum Beispiel: 

  • Ein Programm funktioniert nur, wenn der Befehl genau und eindeutig ist. 
  • Eine Programmiersprache besteht aus Codes, diese müssen wie eine normale Sprache gelernt werden. 
  • Sie lernen wichtigste Begriffe einer Programmiersprache, z.B. Bedingungen wie „wenn“, „dann“. 
  • Operatoren und Variablen einsetzen 
  • Programmierfehler suchen und finden 

Sind die anfänglichen Stolpersteine, wie Probleme beim Erstellen von Benutzerkonten, erst einmal überwunden, stellen sich beim Programmieren mit Scratch schnell Erfolgserlebnisse ein. Die Kinder lernen Programmieren, indem sie die Blöcke auf die Bühne ziehen und sofort testen können, ob ihr Programm auch funktioniert (Trial-and-Error). Mit Hilfe von einfachen Anleitungen, aber auch durch gegenseitiges Helfen, Abschauen bei Kolleginnen und Kollegen wird können die Kinder selbstständig an ihren Projekten arbeiten. 

Vorteile von Scratch 

  • Die Benutzeroberfläche wird rein grafisch gehalten, sie besteht aus einer Blockbibliothek, einem Codebereich, einem Bühnenbereich, Figuren und einer Bühnenbibliothek. Die Kinder müssen die Bausteine nur in den Codebereich ziehen und die Befehle aneinanderreihen. Frustfaktoren wie mühsame Tipparbeit fallen weg. 
  • Die Kinder lernen das Programmieren durch Zusehen und Ausprobieren. Mit Hilfe von Tutorials (Videoanleitungen) können die Kinder verschiedene bereits bestehende Projekte gleich ausprobieren. 
  • Auf der „Bühne“ wird das Programm (genannt Skript) sofort sichtbar. Es können verschieden Bühnenbilder gewählt werden und es bewegen sich beliebig viele Figuren (genannt Sprites) auf der Bühne. Klangelemente machen das Programmiererlebnis noch spannender. 
  • Schnelles Resultat: Es braucht keine lange Erklärung, die Kinder können sofort mit leichten Projekten beginnen und haben schnell ein Erfolgserlebnis. 

Nachteile

  • Die Kinder müssen einen Account erstellen. Dies ist besonders mit jüngeren Kindern schwierig, da sie noch keine eigene E-Mail-Adresse haben. Auch das Einloggen erweist sich als grosse Hürde. Oft funktioniert es nicht auf Anhieb, meist weil die Kinder Benutzername oder Passwort vergessen haben.  – Mein Tipp: Lehrpersonen-Konto
  • Es hat viele tolle Figuren, Bühnenbilder und Klänge. Da vergessen die Kinder oft das eigentliche Programmieren und basteln eine Lektion lang an einer eigenen Figur oder Bühnenbild herum. 

Benutzerkonto für Lehrpersonen – so klappt es im Unterricht 

Am besten beantragt man sich im Vorfeld ein spezielles Scratch-Benutzerkonto für Lehrpersonen. Alle Anträge werden persönlich vom Scratch-Team geprüft. Die Prüfung dauert maximal 24 Stunden. 

Hier der link zur Registrierung: 

Über dieses Benutzerkonto kann man vereinfacht die Benutzerkonten der Schülerinnen und Schüler erstellen. Weitere Vorteile eines Lehrer- und Lehrerinnen-Benutzerkonto: 

  • Bessere Kontrolle der veröffentlichten Inhalte. 
  • Die Konten der Schülerinnen und Schüler werden in Klassen zusammengefasst. Die Aktivitäten können in sogenannten Studios strukturiert werden.  
  • Die Lehrperson kann die Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler einsehen und bewerten. 
  • Die Passwörter der Kinder können zurückgesetzt werden, so können die Probleme mit dem Einloggen verringert werden. 

Eine genaue Anleitung und Vorteile eines solchen Benutzerkontos findet man direkt auf Scratch.

Unterrichtsideen

Für Kinder ist es schwierig, eine Idee für ein Skript zu finden. Mit einem klaren Auftrag können die Kinder schrittweise an eine Idee für ein Skript herangeführt werden.  

  • Im Lehrmittel Inform@21 lautet der Auftrag zum Beispiel, eine Geburtstagseinladung für die Figuren „Dot“ und „Byte“ zu machen. Inform@21 stellt dazu Ideen und Anleitungen zur Verfügung.  
  • Ideen für ein Skripts findet man auch direkt auf Scratch in den Tutorials
  • Im Begleitmaterial der Sendung „Frag Fred»: Was ist eine Programmiersprache“ von „SRF mySchool“ finden sich Arbeitsblätter zum Herunterladen, die weitere Ideen und Links zu Anleitungen und Scratch-Projekten enthält.  

Miriam Widmer, Primarlehrerin Zyklus 2, Frauenfeld 

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