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JAMESfocus-Bericht 2019: Digitale Medien im Unterricht

Der im August 2019 erschienene JAMESfocus-Bericht zeigt auf, welche Erfahrungen, Meinungen und allenfalls Befürchtungen die Lehrpersonen hinsichtlich digitaler Medien im Unterricht haben. Während bisherige Berichte auf Angaben von Jugendlichen aus der JAMES-Erhebung basierten, wurden für den vorliegenden Bericht „Digitale Medien im Unterricht“ zusätzlich über 100 Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe I und II befragt. Der Bericht ermöglicht, die Mediennutzung aus der Perspektive der Lehrpersonen zu betrachten.

Im Rahmen der Einführung des LP21 wurde an vielen Schulen in die Hardware-Ausstattung investiert. Die digitalen Technologien prägen den Schulalltag immer stärker. Bei solchen Veränderungen stehen die Lehrpersonen im Fokus, denn sie sollen bei der Unterrichtsgestaltung die Medien sinnvoll einsetzen und die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler stärken.

Die erste Frage bezieht sich auf die technische Ausstattung in der Schule (Abb. 1). Computerräume und WLAN gehören in den meisten Schulen zur Grundausstattung. In den Klassenzimmern werden meist mobile Geräte anstelle von Feststationen eingesetzt. Generell bezeichnen 61% der Befragten die technische Ausstattung an der Schule als eher gut oder sehr gut.

Abb.1: Technische Ausstattung in der Schule

Quelle: JAMESfocus-Bericht 2019, S. 7

Die zweite Frage möchte aufzeigen, wie digitale Medien im Unterricht durch die Lehrpersonen oder Schülerinnen und Schüler genutzt werden. Die erste Auswertung zeigt, dass die Geräte von Lehrpersonen häufig für Recherchen, Präsentationen und Erklärungen zu Hard- und Software eingesetzt werden. 

Abb.2: Tätigkeiten der Lehrpersonen mithilfe digitaler Geräte

Quelle: JAMESfocus-Bericht 2019, S. 10

Die Lehrpersonen wurden auch befragt, wofür die Schülerinnen und Schüler die digitalen Geräte nutzen. Die Auswertung zeigt, dass auch hier Recherchieren oder Präsentieren am häufigsten genannt wurden. Die Arbeit mit Lernprogrammen und Lernplattformen, sowie das Produzieren von digitalen Inhalten wurden ebenfalls häufig genannt. Diese Kompetenzen sind im Lehrplanmodul „Medien und Informatik“ im Bereich Anwendungskompetenzen verankert. 

Auffällig ist hier, dass  Deutschschweizer Schülerinnen und Schüler diese Arbeitsformen weit häufiger nutzen können als ihre Westschweizer Kolleginnen und Kollegen.

Abb.3: Tätigkeiten der Schüler/innen mithilfe digitaler Geräte

Quelle: JAMESfocus-Bericht 2019, S. 11

Der Bericht beleuchtet nebenbei viele weitere Fragen: Welche Chancen, Probleme (vgl. Abb. 4 und 5) und Herausforderungen bezüglich Lehrplanmodul «Medien und Informatik» werden von den Lehrpersonen der Sekundarstufe genannt? Welche Vor- und Nachteile von digitalen Medien im Unterricht sehen die Lehrpersonen?

Die vielseitige Anwendbarkeit der digitalen Geräte erachten die meisten Lehrpersonen als grosses Plus. Zudem könne der verantwortungsvolle Umgang mit den digitalen Medien konkret in der Anwendung gelernt werden. Die Individualisierung des Lernens durch die Digitalisierung wird von 16 Befragten als Chance genannt.

Die beiden Wortwolken zeigen die Themenfelder, wo Chancen und Probleme durch den Einsatz der digitalen Medien gesehen werden:

Abb. 4: Chancen von digitalen Medien für den Unterricht

Abb. 5: Probleme von digitalen Medien für den Unterricht

Quelle: JAMESFocus-Bericht 2019, S. 15

Nebst diesen offenen Fragen konnten die Lehrpersonen anhand vorgegebener Aussagen Stellung nehmen zu verschiedenen Vor- und Nachteilen, welche digitale Medien für den Unterricht haben können. Einige Lehrpersonen (47%) meinen, dass der Einsatz von digitalen Medien etwa gleich viele Vor- wie Nachteile mit sich bringt. 46% der Befragten sehen dabei mehr Vorteile, während 7% mehr Nachteile nennen.

Der vollständige Bericht ist auf der Website der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW zu finden.


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